Parfümeure und ihr Werk: Musik für die Nase

Noten, Töne und Akkorde: Hört man Parfümeure sprechen, gewinnt man den Eindruck, Düfte seien ein kunstvolles Stück Musik. Nicht ohne Grund spricht man von einer Parfümkomposition: Wie der Komponist seine Töne zu Akkorden, Melodien, einer Symphonie verbindet, so vereint auch der Parfümeur eine Vielzahl von Duftstoffen zu einem einzigartigen Werk.

Parfümeure kreieren wahre Meisterwerke. Die meisten Parfümeure arbeiten jedoch quasi anonym für große Dufthäuser oder Markenhersteller; ihre Düfte werden unter den Namen von Modeschöpfern und Musikstars vermarktet oder finden Verwendung in Haushalts- und Körperpflegeprodukten. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts sah dies noch ganz anders aus. Unter ihren eigenen Namen schufen Parfümeure wie Jacques Guerlain oder François Coty exklusive Parfüms, mit denen sie den Grundstein für die noch heute höchst renommierten Dufthäuser legten.

Herz oder Kopf: die Parfümkomposition

Parfüms werden so kreiert, dass sie sich in drei Stufen entfalten. Die sogenannte Duftpyramide bildet diese Abfolge eines Duftes ab. Die Kopfnote – die Spitze der Duftpyramide, auch als Spitze oder Angeruch bezeichnet – ist für den ersten Eindruck am wichtigsten und bestimmt oft die Kaufentscheidung des Verbrauchers. Sie ist unmittelbar nach dem Auftragen des Parfüms auf der Haut wahrzunehmen. Die Herznote oder Mittelnote kommt zur Geltung, wenn sich die Kopfnote verflüchtigt hat. Sie prägt den Charakter eines Duftes und ist über einen längeren Zeitraum wahrnehmbar. Die Basisnote, auch Fond oder Schlussnote, enthält langhaftende und schwere Duftbestandteile und bildet den letzten Teil des Duftablaufes.
„Jicky“ war 1889 das erste Parfüm, das auf diese Weise geschaffen wurde und seither folgen Parfümeure diesem Schema. Träger des Duftes ist meist eine Mischung aus Alkohol (Ethanol) und destilliertem Wasser. Das zugefügte Wasser verhindert ein zu schnelles Verdunsten auf der warmen Haut.

Manuel C. Photography: Parfum. CC BY 2.0

Vom Briefing zum Flakon: ein Duft entsteht

Nach dem Briefing – der Aufgabenstellung des Kunden – entsteht die Zusammensetzung einer Duftkomposition zunächst ausschließlich im Kopf des Parfümeurs. Anschließend notiert er die Duftkomponenten unter Verwendung spezieller Software. Nach seiner Anweisung werden die Bestandteile anschließend exakt abgewogen und zusammengemischt. Allein oder gemeinsam mit Kollegen aus anderen Bereichen, zum Beispiel den sogenannten Evaluatoren, riecht der Parfümeur seine Kreationen ab und verändert sie so lange, bis sie den Anforderungen des Briefings genügen. In größeren Unternehmen kann eine Duftentwicklung bis zu drei Jahre dauern. Von den Entwicklungen eines Parfümeurs kommen gerade einmal zwischen drei bis fünf Prozent auf den Markt.


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