Seit Anbeginn sind Parfüms Luxus. Sie waren lange den Reichen und Schönen vorbehalten und unterschieden nicht selten die übelriechenden Massen von der wohlriechenden Oberschicht. Doch schaut man auf den Ursprung des Wortes Parfüm, dann stellt man fest, dass die Duftwässer anfänglich gar keinen vordergründig irdischen Nutzen hatten. „Per Fumum“ – von dem sich der Begriff Parfüm ableitet – bedeutet nämlich nichts anderes als „durch duftenden Rauch“. Dies wiederum beschreibt die Art und Weise, wie frühe Kulturen ihre Bitten an die Götter überbrachten.

Durch das Verbrennen wohlriechender Blumen, aromatischer Kräuter und würziger Harze huldigten beispielsweise die alten Ägypter ihren Göttern. Als besonders heilig galt Weihrauch, das gelbliche, rötliche oder bräunliche Gummiharz, das erst beim Erhitzen auf glühenden Kohlen seinen balsamisch-narkotischen Geruch entwickelt. Bis heute hat das Harz seine religiöse Bedeutung nicht verloren. Gläubige der römisch-katholischen Kirche schicken ihre Gebete noch immer in dessen Begleitung gen Himmel. Und als eine der Gaben der Heiligen Drei Könige ist es zudem untrennbar mit dem christlichen Weihnachtsfest verbunden.

Vermessen wie die Menschheit nun mal ist, blieb der Wohlgeruch aber nicht lange den Göttern vorbehalten. Wer sich die meist teuren, natürlichen Rohstoffe leisten konnte, trug sie bereits in den frühen Kulturen in Form von Salben, Ölen oder aromatisierten Duftwässern auf. Parfüms wie wir sie heute kennen, wurden aber erst ab dem 14. Jahrhundert hergestellt. Sie bestanden dabei hauptsächlich aus pflanzlichen Auszügen (Destillate) oder enthielten tierische Rohstoffe wie Moschus, Ambra oder Zibet.

Mit dem technischen und innovativen Fortschritt sowie der Entwicklung der ersten synthetischen Duftstoffe, wurde das Luxusgut Parfüm dann allmählich zum Vergnügen aller. Heute sind sie für viele Ausdruck von Individualität, Zeitgeist sowie modischem Geschmack. Nicht selten hinterlassen sie zudem (mal dezent, mal aufdringlich) einen bleibenden Eindruck ihrer Träger.

 

Quellen:

Hatt, H., Dee, R. (2010): Niemand riecht so gut wie du. Die geheimen Botschaften der Düfte, 4. Auflage 2016, Piper Verlag.

Schwedt, G. (2008): Betörende Düfte, sinnliche Aromen, 1. Auflage 2008, Wiley-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA.

DuftWelten – Eine Information des Deutschen Verbands der Riechstoff-Hersteller e. V., http://duftstoffverband.de/fachthemen/duftwelten-2/ [letzter Zugriff: 9. Oktober 2019]

https://www.fragrantica.de/Duftnoten/Myrrhe-98.html [letzter Zugriff: 9. Oktober 2019]