Häufig gestellte Fragen

Welche Aufgaben vertritt der DVRH?

Seit 1954 werden die übergeordneten Interessen der deutschen Riechstoff-Industrie durch einen Verband wahrgenommen.

Der heutige “Deutsche Verband der Riechstoff-Hersteller (DVRH)” vertritt die Interessen der in der Bundesrepublik Deutschland ansässigen Riechstoff-Hersteller. Darüber hinaus werden auch ausländische Firmen, die im deutschen Markt aktiv sind, betreut. Zu den typischen Aufgaben des Verbandes gehören neben einem umfassenden Mitgliederservice die Wahrnehmung der übergeordneten Interessen auf nationaler und internationaler Ebene gegenüber Behörden und Verbänden. Der DVRH informiert seine Mitglieder regelmäßig über rechtliche und wissenschaftliche Entwicklungen, die Riechstoffe und damit hergestellte Produkte betreffen. Der Verband hat 27 Mitglieder.

Für den DVRH ist eine Mitgliedschaft in den internationalen Dachverbänden von großer Bedeutung, da auf diesem Wege ein steter Informationsfluss aus den internationalen Fachgremien und Arbeitsgruppen gewährleistet werden kann.
Dies ist in einer zunehmend globalisierten Industrie, wie der Riechstoffindustrie, von unschätzbarem Vorteil.

Der DVRH ist Mitglied des internationalen Riechstoffverbandes IFRA (International Fragrance Association). Der DVRH unterwirft sich als nationaler Fachverband den Regeln der IFRA. Diese Selbstregulierung gilt weltweit für alle Mitgliedsverbände von IFRA und damit auch für die in diesen Verbänden zusammengefassten Riechstoff-Hersteller. Für die Kunden ist damit ein hohes Maß an Produktqualität und Vertrauen gewährleistet, wovon letztlich auch der Verbraucher Nutzen zieht.

Welche Aufgaben vertritt IFRA?

IFRA steht für “International Fragrance Association”. Der Verband wurde 1973 gegründet, mit Sitz in Genf. Die Hauptaktivitäten finden jedoch in Brüssel, am operativen Sitz des Verbandes, statt. IFRA ist ein Verband nationaler / regionaler Verbände der Riechstoff-Industrie. Er ist verantwortlich für die Förderung der Interessen der Mitglieder, mit dem Ziel des Schutzes von Verbrauchern und der Umwelt. IFRA veröffentlicht und pflegt einen “Code of Practice” mit Standards für die sichere Verwendung von Riechstoffen und deren Kompositionen. IFRA ist für das Risikomanagement zuständig. Die wissenschaftliche Expertise liegt bei RIFM (Research Institute for Fragrance Materials).

Was sind Duftstoffe?

Als Riechstoff (englisch/französisch: “fragrance”) ist jeder Grundstoff zu bezeichnen, der bei der Herstellung von Riechstoffmaterialien verwendet wird und geeignet ist, einen Geruch zu vermitteln, diesen zu verstärken oder in Mischung mit anderen Riechstoffmaterialien geruchsbeeinflussend zu wirken. Riechstoffe können durch chemische Synthese aus synthetischen, fossilen oder natürlichen Rohstoffen oder durch physikalische Verfahren aus natürlichen Rohstoffen erhalten werden. Die Klasse schließt definierte Riechstoffe, ätherische Öle, natürliche Extrakte, Destillate, Isolate, Oeloresine ein.

Der Begriff Duftstoffe wird oft synonym gebraucht, ist aber nicht so umfassend wie Riechstoffe, da diese auch aversive und stinkende Stoffe mitumfassen. In der Riechstoffindustrie kommen etwa 2600 Riechstoffe zur Anwendung, um aus ihnen bzw. mit ihnen komplexe Riechstoffmischungen (Parfümöle) herzustellen.

Sind Duftstoffe sicher?

Unter Beachtung der gesetzlichen Vorschriften und der Selbstverpflichtung der Industrie (IFRA Code of Practice) gelten Riechstoffe als sicher. Darüber hinaus trägt derjenige, der Riechstoffe herstellt und / oder in den Verkehr bringt, zusätzliche Verantwortung im Hinblick auf den Gesundheitsschutz. Und schließlich gilt eine entsprechende Verantwortung auch für den Anwender oder Verwender von Düften

Was sind synthetische Duftstoffe?

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts werden synthetische Riechstoffe entwickelt. Natürliche Duftöle wurden ursprünglich ausschließlich aus pflanzlichen oder tierischen Materialien gewonnen. Diese einzelnen Substanzen, die in natürlichen Riechstoffen enthalten sind, können, sobald sie identifiziert sind, chemisch – in der Regel durch Synthese – nachgebaut werden. Diese chemisch nachgebauten Riechstoffe werden für die Entwicklung neuer Düfte verwendet.

Synthetische Riechstoffe haben eine Reihe von Vorteilen. Vorteilhaft kann ihre in der Regel längere Haltbarkeit gegenüber den natürlichen Riechstoffen sein. Ferner machen solche Riechstoffe die Verwendung von Riechstoffen tierischer Herkunft praktisch überflüssig und es gelingt, teure und seltene natürliche Extrakte zu ersetzen. Darüber hinaus zeichnen sich synthetische Riechstoffe durch relativ günstigere Preise aus.

Welche tierischen Duftstoffe sind bekannt?

Der wohl populärste tierische Duft ist der Moschusduft. Er stammte ursprünglich aus den so genannten Moschusbeuteln des asiatischen Rotwilds. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wird er durch synthetische Riechstoffe ersetzt. Weitere tierische Riechstoffe, die in der Parfümherstellung verwendet werden, stammen aus Sekretdrüsen der Zivetkatze oder des nordamerikanischen Bibers. Es wurden auch Sekrete bestimmter Walarten verwendet. Nicht zuletzt aus ethischen Gründen ist die Riechstoffindustrie stets bemüht, tierische Riechstoffe synthetisch herzustellen. Ein weniger problematischer Riechstoff kann beispielsweise aus den Waben der Honigbienen destilliert werden.

Was sind ätherische Öle?

Ätherische Öle sind natürliche Öle, die nach Aufbereitung (Auspressen oder Wasserdampfdestillation) aus Pflanzen gewonnen werden. Im Gegensatz zu fetten Ölen, wie beispielsweise Sonnenblumenöl, verdunsten sie oftmals ohne Rückstand.

Ätherische Öle enthalten eine Vielzahl einzelner Stoffe, deren qualitative und quantitative Zusammensetzung, auch bei gleichem Pflanzenteil, je nach Ernteort und -zeit variieren kann. Sie spielen bei der Entwicklung von Düften, nicht zuletzt wegen der ihnen eigenen naturgegebenen Harmonie, eine herausragende Rolle und sind für bestimmte Duftrichtungen unverzichtbar.

Welches sind die meist gebräuchlichen Duftstoffe?

Eine Befragung (2005) der europäischen Duftstoffindustrie hat ergeben, dass etwa 30 großvolumige Riechstoffe (> 1000 Jahrestonnen) hergestellt oder importiert wer- den. Dazu zählen z. B. Zitrusduftnoten, Menthol und Vanillin.

Wo werden Duftstoffe eingesetzt?

Duftstoffe finden beispielsweise in folgenden Produkten Verwendung:

Waschmittel
Weichspüler
Geschirrspülmittel
Haushaltsreiniger (Küche, Bad, WC, Glas, Böden)
Duftspüler
Kosmetika wie Shampoos, Seifen, Parfüms
Wellnessbereich (Sauna)
Bedarfsgegenstände wie Duftkerzen
Luftverbesserer.

Welche gesetzlichen Vorschriften gelten für Duftstoffe?

Es gibt weltweit keine eigenständige “Riechstoff-Verordnung”, wohl aber mit Bezug auf ihre Anwendung produktbezogene Vorschriften, z. B. die EU-Kosmetik-Richtlinie 76/768 und die EU-Detergenzienverordnung 648/2004. Grundsätzlich dürfen in Erzeugnissen, die Riechstoffe enthalten, keine Stoffe enthalten sein, die gesundheitsschädlich sind.

Wie erfolgt die Risikobewertung?

Die Grundprinzipien der Toxikologie im Hinblick auf die Sicherheit von Riechstoffen und deren Mischungen – Parfümölen – werden in der Riechstoffindustrie durch den “IFRA Code of Practice” aufgegriffen. Das dem Riechstoff zugeordnete inhärente Gefährdungspotenzial und die Gebrauchs- und Verwendungsdaten (Exposition) werden ermittelt, und eine sichere Verwendung ist dann gegeben, wenn die berechnete Exposition unterhalb der akzeptablen Exposition liegt.

Die nachstehenden toxikologischen Endpunke werden beispielsweise systematisch untersucht:

  • Hautreizung
  • Sensibilisierung
  • Phototoxizität (falls der Inhaltsstoff im UV-Bereich absorbiert).
  • Ferner werden Kerndatensätze für Umweltdaten (gemessen oder errechnet) und Prüfungen zur Toxizität bei wiederholter Verabreichung, Fortpflanzungs- und Entwicklungstoxizität von der Riechstoffindustrie durchgeführt.

    Kürzlich wurde zusätzlich ein Programm zur Sicherheit im Bereich Inhalation eingeführt. Dieser Schritt erfolgte aus Gründen der Vorbeugung, wenngleich es keine definitiven Hinweise zu einer auf Einatmung beruhenden Gesundheitsgefährdung gibt.

    Was ist der IFRA Code of Practice?

    Der Code of Practice beinhaltet nahezu 200 Standards für die Riechstoffindustrie. Es geht dabei um “Gute Herstellungspraxis” und Produktsicherheit. Änderungen und Aktualisierungen erfolgen in regelmäßigen Abständen. Am 20.06.2011 erfolgte die 46. Änderung des IFRA Code of Practice. Der IFRA Code of Practice ist allgemein online zugänglich:

    http://www.ifraorg.org/

    Im IFRA Code of Practice werden z. B. Anforderungen an die Sicherheitsbewertung von Materialien außerhalb des RIFM-Programmes festgelegt. Bestimmte Stoffe werden in ihrer Anwendung verboten oder eingeschränkt. Es werden auch Reinheitskriterien festgelegt.

    Der IFRA Code of Practice ist für die IFRA Mitglieder verbindlich. Er ist darüber hinaus in nicht wenigen Fällen Vorbild für die europäische Gesetzgebung. Viele Stoffverbote und -restriktionen von IFRA hat der europäische Gesetzgeber bereits übernommen.

    IFRA-Standards sind das einzige weltweit anerkannte Risikomanagement-System für Riechstoffe. Sie gewinnen immer breitere Anerkennung bei Kunden und Behörden.

    Für die europäische Kosmetikindustrie ist die Erklärung, dass der IFRA-Code of Practice und dessen Standards beachtet werden (“compliance statement”) eine Grundvoraussetzung für die gesetzlich vorgeschriebenen Sicherheitsbewertungen.

    Welche Aufgaben vertritt RIFM?

    RIFM steht für Research Institute for Fragrance Materials. RIFM wurde 1966 in den USA gegründet. Es ist eine gemeinnützige, von der Industrie (Hersteller von Riechstoffen und Konsumprodukten) finanzierte Forschungseinrichtung mit Schwerpunkt menschliche Gesundheit sowie Umwelt.

    RIFM sammelt, analysiert und veröffentlicht wissenschaftliche Informationen in überprüften (“peer reviewed”) anerkannten Fachzeitschriften. Das Institut unterstützt die Industrie in ihren Bemühungen, bei sachgemäßer Verwendung für Verbraucher und Umwelt sichere Materialien zur Verfügung zu stellen (Bestimmung der Anwendungssicherheit). RIFM koordiniert die gemeinsame Finanzierung (öko)toxikologischer Studien von Rohstoffen, die in der Industrie eingesetzt werden. Beraten wird RIFM von einem unabhängigen Expertengremium REXPAN (RIFM Expert Panel). REX-PAN ist mit Wissenschaftlern aus USA, Schweden, Schweiz, Japan, Dänemark und Deutschland besetzt. RIFM und REXPAN zeichnen verantwortlich für Sicherheitsprüfung und Risikobewertung.

    Wo sind die RIFM Daten gespeichert?

    RIFM verfügt über eine wissenschaftliche Datenbank zu über 5.100 Materialien, von denen etwa 2.600 als Riechstoffe eingesetzt werden. Sie ist den RIFM-Mitgliedern zugänglich, und auf Anfrage auch Behördenvertretern. Es handelt sich dabei um die größte und umfassendste Sammlung von Sicherheitsdaten und (öko)toxikologischen Studien zu Riech- und Aromastoffen mit 54.000 Literaturhinweisen im Zusammenhang mit über 112.000 Studien, durchgeführt von RIFM oder Herstellern sowie Informationen aus überprüfter – “peer reviewed” – Literatur.

    Die Datensätze beinhalten physikalisch-chemische Parameter, Daten zur menschlichen Gesundheit, verschiedene toxikologische Endpunkte und Umweltdaten.

    Wann wird ein Stoff als “ausreichend untersucht” beurteilt?

    Im Rahmen von Product Stewardship Programmen werden von Herstellern von Riechstoffen (chemisch definierte Einzelstoffe) folgende Basisdaten zur Beurteilung der Toxizität mittels Standardtests ermittelt: Akute orale Toxizität, lokale Effekte, beispielsweise Hautreizung und Sensibilisierung über die Haut sowie invitro Mutagenität. Bei Bedarf, das heißt in Abhängigkeit der Ergebnisse der Basisdaten, werden auch weitergehende Tests zur chronischen und subchronischen Toxizität durchgeführt.

    Lösen Riechstoffe Allergien aus?

    Es gibt empfindliche Personen, die auf bestimmte Riechstoffe allergisch reagieren. In solchen Fällen sollten immer fachkundige Dermatologen konsultiert werden. Seit März 2005 wird über die 26 Riechstoffe, die vom Wissenschaftlichen Komitee SCCP (Scientific Committee on Consumer Products) als allergen eingestuft worden sind, ab einer bestimmten Konzentration in Kosmetika in der Liste der Bestandteile informiert, so dass die Betroffenen Kosmetika mit diesen Stoffen meiden können. Das gleiche Kennzeichnungsprinzip wurde mit Gültigkeit 08.10.2005 auch für Wasch- und Reinigungsmittel übernommen (Europäische Detergenzienverordnung (EG) Nr.648/2004).

    Es ist festzustellen, dass die auf Riechstoffe zurückzuführenden allergischen Reaktionen zurückgegangen sind. Dieser Sachverhalt lässt sich einerseits mit der verbesserten Information der Verbraucher erklären, zum anderen mit besseren wissenschaftlichen Erkenntnissen.

    Sollen Riechstoffe mit allergenem Potential generell nicht verwendet werden?

    Nach Hinweisen des europäischen Wissenschaftlichen Komitees für die Sicherheitsbewertung sind derzeit 1 – 3 % der europäischen Bevölkerung von einer Allergie auf Riechstoffe betroffen, d. h. die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung verträgt diese Stoffe. Da die Allergene deklariert werden, haben die Betroffenen die Möglichkeit, diese Produkte zu meiden oder auf duftstofffreie Produkte auszuweichen.

    Wenn bestimmte beduftete Produkte allergene Riechstoffe unterhalb der vom Gesetzgeber vorgegebenen Konzentrationsschwellen enthalten, sind diese Produkte für den Allergiker verträglich?

    Eine allgemeine Antwort ist nicht möglich. Bisher konnte kein Schwellenwert für einen der 26 allergenen Riechstoffe festgelegt werden, unterhalb dessen der Betroffene nicht reagiert. Es gibt jedoch Hinweise, wonach bei Allergikern keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen auftreten, wenn die für ihn problematischen Riechstoffe nur in Spuren im Erzeugnis vorkommen.

    Nach einer jährlichen Statistik des IKW sind Beschwerden von Personen mit Unverträglichkeiten marginal.

    Welche Kenntnisse bestehen über die kumulative Wirkung von Riechstoffen, insbesondere in Kombination mit anderen chemischen Substanzen, z. B. Tensiden?

    Synergistische bzw. antagonistische Effekte werden in der Regel nicht untersucht. Für Riechstoffe sind derartige Untersuchungen bislang nicht bekannt.

    In welchen Fällen wurden / werden Untersuchungen zur Reproduktionstoxikologie gemacht? Generell oder nur unter bestimmten Voraussetzungen? Liegen schon Daten hierüber vor?

    Untersuchungen zur Reproduktionstoxizität werden bislang nur bei Riechstoffen mit hoher Verbrauchsmenge vorgenommen oder wenn es Anzeichen für reproduktionstoxische Wirkungen aus subchronischen Studien gibt oder wenn durch Strukturanalogien solche Wirkungen naheliegend erscheinen.

    Welche Daten liegen zur Ökotoxizität und zur biologischen Abbaubarkeit zu Parfümölen bzw. den darin enthaltenen Stoffen vor?

    Bei einer Vielzahl von Riechstoffen liegen solche Daten vor. Im Rahmen der Selbstverpflichtung der Industrie zum verantwortungsvollen Umgang mit Stoffen und Produktverantwortung (responsible care) werden Stoffe hinsichtlich ihrer ökotoxikologischen Wirkung und Risiken beurteilt. Falls keine Daten bekannt sind, werden für die meisten Stoffe standardmäßig die biologische Abbaubarkeit sowie entweder alle drei oder mindestens ein ausgewählter Test zur akuten Toxizität für Daphnie, Fisch und Alge durchgeführt.

    Was versteht man unter einem Parfüm?

    Ein Parfüm oder Parfum (franz.: parfum = Duft; aus lat.: per = durch und lat.: fumum = Rauch, Dampf; aus der Anwendung von Räucherstoffen abgeleitet) ist ein meist flüssiges Gemisch aus zahlreichen, unterschiedlichen Riechstoffen.

    Grundbestandteile eines Parfüms sind hauptsächlich in etwa 80 % Alkohol gelöste ätherische Öle pflanzlicher oder tierischer Herkunft sowie synthetisch hergestellte Riechstoffe. Die meisten dieser Riechstoffe können heute in größeren Mengen und daher relativ kostengünstig synthetisch hergestellt werden. Etwa 30 bis 80 verschiedene Stoffe werden für eine Parfümkomposition gemischt.

    Es werden, abhängig von der Konzentration an Parfümölen, folgende Verdünnungen unterschieden:

  • Eau de Cologne (EdC, 3-5 %)
  • Eau de Toilette (EdT, 4-8 %) bei sog. Extreme oder Intense-Varianten auch mehr (bis 10 %)
  • Eau de Parfum (EdP, 8-15 %)
  • Parfum oder Extrait (15-30 %).
  • Ein Parfum setzt sich aus Kopf-, Herz- und Basisnote zusammen.

    Die “Kopfnote” ist unmittelbar nach dem Auftragen des Parfüms auf die Haut wahrzunehmen. Da sie für den ersten Eindruck und die Kaufentscheidung wichtig ist, wirkt die Kopfnote meist intensiver als die anderen und wird von leichtflüchtigen Riechstoffen geprägt. Aus diesem Grund sollte man bereits einige Zeit vor dem Kauf ein Parfüm auf der eigenen Haut testen, um über den – für den Träger wichtigeren – Duft der Herznote urteilen zu können.

    Die “Herznote” ist in den Stunden, nachdem sich die Kopfnote verflüchtigt hat, zu riechen.

    Die “Basisnote” (der Fond) ist der letzte Teil des Duftablaufes und enthält langhaftende Bestandteile.

    Träger des Dufts bzw. Vehikel für das geschaffene Parfümöl ist sehr häufig eine Mischung von Ethanol (Alkohol) und destilliertem Wasser.

    Der Parfumeur ist der Experte für die Kreation von Parfümkompositionen. Aus natürlichen und synthetischen Riechstoffen werden neue Düfte kreiert.

    Wann wurde das erste Parfum entwickelt?

    Eau de Cologne wurde 1714 von Johann Maria Farina kreiert. 1804 folgt 4711 Echt Kölnisch Wasser von Mühlhens.

    Was ist ein Parfümöl?

    Eine konzentrierte Mischung verschiedener ätherischer Öle oder Riechstoffe nennt man Parfümöl. Diese werden kosmetischen Mitteln zur Parfümgebung zugesetzt. Parfümöle enthalten zumeist zwischen 30 und 100 Bestandteile, deren Qualität und Mengenverhältnis genau festgelegt ist.

    Wie lange ist Parfüm haltbar?

    Parfüm sollte in einem trockenen, kühlen und dunklen Raum gelagert werden. Wenn Parfüm Licht, Erwärmung und UV- Strahlung ausgesetzt wird, verliert es zunehmend an Intensität. Grundsätzlich beginnt dieser Prozess bereits, nachdem das Parfümfläschchen zum ersten Mal geöffnet wurde. Die Haltbarkeit kann von Parfüm zu Parfüm recht unterschiedlich sein. Vom Zeitpunkt der Herstellung ab kann es sich etwa 1 bis 3 Jahre halten, ohne an Intensität zu verlieren. Folglich ist es wichtig, darauf zu achten, dass das Herstellungsdatum nicht allzu weit zurückliegt. Bereits geöffnetes Parfüm sollte am besten in seiner Originalverpackung aufbewahrt werden.

    Wie sollte Parfüm verwendet werden?

    Düfte sollten auf gut durchbluteten Stellen aufgesprüht oder getupft werden, wie an den Handpulsen und hinter den Ohren. Dabei sollte man dezent dosieren. Es ist zu berücksichtigen, dass bei Menschen im Alter von 40-50 Jahren mit dem Rückgang der Sexualhormone auch die Nase an Sensibilität verliert.

    Wie werden Duftstoffe deklariert?

    Die Kosmetikverordnung und das Wasch- und Reinigungsmittelgesetz schreiben die Deklaration von Riechstoffen vor. Generell genügt der Hinweis “Parfum”, ggf. ergänzt um die zusätzliche Angabe der 26 Allergene.

    Eine Aufschlüsselung der Parfumkomponente in ihre Einzelbestandteile ist mit Blick auf die Komplexität weder hilfreich noch praktikabel. Der Verbraucher wäre mit der Auflistung der Aromachemikalien überfordert, und das Etikett wäre überfrachtet. Sinnvoll ist dagegen die Aufführung der Riechstoffe, die als allergen eingestuft worden sind. Vereinzelt gehen Hersteller von Düften auch dazu über, dem interessierten Verbraucher weitere Informationen im Internet zur Verfügung zu stellen.

    Welche unterschiedlichen Riechstoffe / -stoffgruppen werden in Standardriechstoffmischungen für Wasch- und Reinigungsmitteln eingesetzt?

    “Standardriechstoffmischungen” für Wasch- und Reinigungsmittel gibt es nicht. Diese Tatsache begründet sich insbesondere durch den Wettbewerb. Erzeugnisse stehen in Konkurrenz zueinander, und gerade der (Marken-)Duft spielt dabei eine wichtige Rolle im Hinblick auf die Produktqualität. Gleichwohl gibt es für bestimmte Anwendungen, so beispielsweise für Wasch- und Reinigungsmittel Standardstoffgruppen. Dies können Aldehyde, Ketone, Ester, Alkohole, Terpene, oder (seltener) Carbonsäuren sein. Schwefelverbindungen werden, falls sie zum Einsatz kommen, in sehr geringen Konzentrationen eingesetzt, da sie eine sehr niedrige Riechschwelle haben. Wichtig ist, dass die Riechstoffe auch bei höheren oder niedrigen pH-Werten von Reinigungsmitteln beständig sind.

    Welche weiteren Stoffe außer Riechstoffen werden in Reinigungsmitteln verwendet?

    Als Verkapselungsmittel werden Stärkehydrolysate, Glukose oder beispielsweise auch Acrylharze verwendet. Als Träger können Lösemittel wie Dipropylenglykol, Dimethylphthalat, Diethylphthalat, Propanol und Isopropylalkohol eingesetzt werden. Als Stabilisatoren dienen Antioxidanzien wie BHA, BHT oder Tocopherol. Als Schlepper für Extraktionen bzw. Molekulardestillationen dienen Dipropylenglykol oder Isopropylmyristat.

    Gilt REACH für Riechstoffe?

    Zukünftig werden Riechstoffe, die in Mengen von über einer Jahrestonne hergestellt oder importiert werden, unter die neue Chemikaliengesetzgebung REACH fallen. Davon sind etwa 750 Riechstoffe betroffen. REACH steht für Registrierung, Evaluierung (Bewertung) und Autorisierung (Zulassung) von Chemikalien.

    Die notwendigen Informationen steigen proportional zur Produktionsmenge und zu den mit den Stoffen verbundenen Risiken an. Zur Registrierung eines Stoffes wird ein Registrierungsdossier verlangt und für Stoffe ab einem Volumen von zehn Jahrestonnen ein Stoffsicherheitsbericht. Eine Zulassungspflicht besteht für besonders besorgniserregende Stoffe, wie krebserzeugende, erbgutverändernde und fortpflanzungsgefährdende Stoffe, hoch persistente, hoch bioakkumulative Stoffe und weitere Stoffe, die nach wissenschaftlicher Erkenntnis für Mensch und Umwelt gesundheitlich bedenklich sind.

    Müssen Menschen, die unter MCS leiden, Riechstoffe meiden?

    MCS steht für multiple chemische Sensibilität. Patienten, die das Gefühl haben, darunter zu leiden, reagieren auf unterschiedlichste, alltägliche und geringgradige Fremdstoffeinflüsse mit unspezifischen Symptomen im Bereich mehrerer Organsysteme. Klinische Untersuchungen und allergologische Tests bleiben in der Regel ohne Befund. MCS-Patienten haben häufig besonders empfindliche Geruchsorgane und sollten auf duftstofffreie Produkte ausweichen, wenn diese subjektiv für sie besser verträglich erscheinen.

    Wir verwenden Cookies, um Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und Zugriffe auf unsere Webseite zu analysieren. Zustimmen | Ablehnen | Datenschutzerklärung
    412